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Chronik der Löschgruppe Dützen

Die Löschgruppe Dützen ist eine der ältesten Löschgruppen des Kreises. Ihre Tradition reicht bis in die friderizianische Zeit zurück, als noch die sog. Bürgerwehren das Feuerlöschwesen ausübten.

Aber bereits vor der Jahrhundertwende zeigte sich, dass mit Zwang der Dienst am Nächsten nicht fortzuführen war. Daher erließen der damalige Amtmann Schneyder und der Vorsteher Rinne aus Dützen Anfang 1902 eine Bekanntmachung in der alle über 18 Jahre alten Männer des Dorfes zum Beitritt in die Freiwillige Feuerwehr aufgerufen wurden.

In der Gründungsversammlung im Jahre 1902 in der Gaststätte Kornhardt fanden sich 75 Männer bereit, auf freiwilliger Basis die damalige Pflichtfeuerwehr abzulösen. Zum Kommandeur wurde der Tischlermeister Johann Bierbaum und zu dessen Stellvertreter der Maurermeister Wilhelm Kemena, zu Hauptleuten Ziegeleibesitzer Lohmeier, Tischler Friedrich Bierbaum, zum Wasserleutnant Schneidermeister Bruns, zum Schriftführer und Kassierer der Verwaltungsgehilfe Deerberg gewählt. Den Posten des Rüstmeisters übernahm Kommandeur Bierbaum.

Ein Jahr nach der Gründungsversammlung hatte die junge Wehr bei einem Großbrand ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen.

Am 8. Juni 1903 brannte eine Scheune auf dem Gut Rodenbeck bis auf die Grundmauern nieder, Gemeinsam mit den Löschzügen aus der Umgebung gelang es der Dützer Wehr, das Herrschaftshaus des Gutsbesitzers Quante (der Name wird uns noch an anderer Stelle begegnen) vor der Vernichtung zu retten. Damals erfolgte die Brandbekämpfung noch mit der Handdruckspritze.

Die Ausbildung der jungen Wehr wurde sehr gefördert als sie zu Übungszwecken einen Feuerwehrturm errichtete, für den Maurermeister Sierig aus Minden, der damals auch Wirt der Phönixhalle in Dützen war, das Material kostenlos zur Verfügung stellte. Die rührige Wehrführung gewann auch immer mehr neue Mitglieder, so dass es schon in den Jahren 1908/1909 möglich war ein Trommler- und Pfeifferkorps aufzustellen.

Nachdem Wilhelm Kemena im Oktober 1911, nach dem Tode des ersten verdienstvollen Brandmeisters Johann Bierbaum, an die Spitze der Wehr getreten war, brachte der Erste Weltkrieg einen großen Schnitt in die Entwicklung der inzwischen zu einer beachtlichen Stärke angewachsenen Dützer Wehr. Viele der als Soldaten an der Front stehenden Kameraden kehrten nicht wieder zurück.

Als es 1918 galt neu aufzubauen, stand der damalige Brandmeister Ernst Busse vor keinem leichten Werk. Und doch wurde ein langsamer Wiederaufstieg möglich, so dass 1922 auch eine Feuerwehrkapelle gegründet werden konnte, die sich bald im ganzen Kreisgebiet eines guten Rufes erfreute.

1924 wurde der alte Feuerwehrturm durch einen neuen ersetzt, der noch heute vorhanden ist.

1927 übernahm Wilhelm Schlüter den Dützer Löschzug, der durch seine Tatkraft und seinen Humor sehr beliebt war und einen Aufstieg ermöglichte, wie er in dieser Form bisher nicht verzeichnet wurde.

Wilhelm Schlüter wurde 1936 Amtsbrandmeister und als Führer der örtlichen Wehr trat nun Brandmeister August Tiemann sen. hervor.

Von den wieder 60 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Dützen wurden bald nach Beginn das Zweiten Weltkrieges 31 eingezogen. 12 Kameraden kehrten nicht zurück.

Der Einsatz der Wehr war in dieser Zeit kriegsbedingt und sie wurde zu allen möglichen Aufgaben herangezogen. 1944 gilt es einen Großbrand auf der Zeche Gewerkschaft Porta zu löschen, der durch Funkenflug einer Lokomotive entstanden war. 80.000 Zentner Stroh verbrannten dabei. Die Wehren konnten aber weitere große Strohdiemen vor der Vernichtung bewahren. Nach der Kapitulation war es wieder Brandmeister August Tiemann sen., der 1946 tatkräftig und ohne Zögern an den Wiederaufbau ging. Die Wehr bestand nur noch aus älteren Leuten, und der Ruf erging vor allem an die jungen Männer das Dorfes, die auch für die gute Sache gewonnen wurden.

Als Oberbrandmeister August Tiemann sen. nach 21jähriger Tätigkeit 1958 infolge Erreichens der Altersgrenze als Gemeindebrandmeister aus dem aktiven Dienst ausscheiden musste, übernahm Oberbrandmeister Schidler die Leitung der Löschgruppe, die er aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen zum 31.12.1967 abgab. Zu seinem Nachfolger wurde Unterbrandmeister August Tiemann jun. bestellt. Anfang 1970 wurde die Leitung der Löschgruppe Oberbrandmeister Willi Steinmann übertragen. Kamerad Steinmann war gleichzeitig auch Leiter des Brandabschnittes Minden-Süd. Neben seinen stetigen Bemühungen zur Verbesserung des Feuerschutzes im Stadtteil Dützen, bei dem ihm 22 aktive Feuerwehrkameraden zur Seite standen, ist unter seiner Regie 1972 eine Feuerwehrkapelle gegründet worden, die an alte Traditionen anknüpfend auch wieder über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist.

Am 29.11.1975 wurde ein neuer MTW in Dützen stationiert.

1976 erwarb die Löschgruppe Dützen von der Stadt Petershagen einen Schulpavillon der dortigen Grundschule, um sich einen geeigneten Schulungsraum aufzubauen. Die Zusammenkünfte der Löschgruppe fanden bis zu diesem Zeitpunkt in der Garage statt. In Eigenleistung wurde der Pavillon abgebaut und nach Dützen transportiert. Hier wurde er zunächst eingelagert. 1977 wurde mit den Aufbauarbeiten begonnen. Die Kameraden der Löschgruppe erbrachten vom Abbau in Petershagen bis zur Fertigstellung und Übergabe an die Stadt Minden 1977 3.420 Arbeitsstunden für die Schaffung ihres Schulungsraumes, der noch heute genutzt wird. Für diese nicht alltägliche Leistung sprachen Rat und Verwaltung Dank und Anerkennung im Rahmen einer Feierstunde anlässlich der Übergabe an die Stadt Minden aus.

Am 16.04.1981 wurde durch Ortsvorsteher Wilhelm Peper ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) an Löschgruppenführer Wilhelm Steinmann übergeben. Es ersetzte das bis dahin 22 Jahre alte Fahrzeug, dessen "Ausrangierung" damals bereits als "längst überfällig" bezeichnet wurde.

Am 12. Januar 1990 trat Brandmeister Friedel Horstmeier die Nachfolge von Oberbrandmeister Willi Steinmann an.

1996 bestand die Möglichkeit, aus Landesmitteln einen neuen MTW (Mercedes Sprinter) zu bekommen. Voraussetzung: Die Löschgruppe musste DM 10.000,-- bis Ende 1996 selbst aufbringen. Dies ist den Dützer Wehrleuten, wie auch einigen anderen Löschgruppen im Stadtgebiet, durch Unterstützung örtlicher Sponsoren gelungen.

Mitte 1997 wurden die beschafften MTW in Dienst gestellt. Die Freude über das neue Fahrzeug wurde jedoch ein wenig getrübt: Der neue MTW war größer als der bisherige VW-Bulli und passte nicht mehr in die Garage im Schlauchtrockenturm. Aber auch hier wussten sich die Dützer Feuerwehrleute zu helfen: mit finanzieller Unterstützung einer örtlichen Firma und großem Engagement bauten die Kameradinnen und Kameraden am Schlauchturm eine Garage für ihren neuen MTW an. Im Mai 1998 war die Garage fertiggestellt und das neue Fahrzeug, das bis dahin in einer Scheune untergestellt war, konnte endlich am Gerätehaus stationiert werden.

Friedel Horstmeier führte die Löschgruppe Dützen bis zu seiner Verabschiedung in die Ehrenabteilung im Jahre 2003. Zu dieser Zeit standen ihm zwei weibliche und zwölf männliche aktive Feuerwehrkameraden zur Seite. Unterstützt wurde die Arbeit der Löschgruppe zu dieser Zeit von ca. 80 passiven Mitgliedern.

Durch regelmäßige Teilnahme an Lehrgängen und Übungen wurde und wird die Ausbildung ständig verbessert und den größer werdenden Erfordernissen angepasst. Die Ausrüstung der Löschgruppe Dützen wurde in den letzten 40 Jahren wesentlich verbessert. Die Löschgruppe verfüge im Jubiläumsjahr 2002 über ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25), das am 09.10.1975 in Dienst gestellt wurde, ein TSF und einen MTW.

Da die Haushaltslage der Stadt Minden Beschaffungen für die Freiwillige Feuerwehr in nur sehr eingeschränktem Maße zulies, wurden durch Engagement und finanzielle Mittel der Löschgruppe mehrere Ausrüstungsgegenstände beschafft:

- mobile Saugpumpe (TS 2/5, Ilo) mit 6m B-Saugschlauch

- Stromerzeuger 2 kVA und 1000 W Scheinwerfer

- gefütterte Uniformjacken (Ausgehuniform)

- Motorkettensäge (Stihl) mit Schutzkleidung

- RufTonKombination (RTK) für den MTW

- Faxgerät für Einsatzalarmierungen

- Uniformergänzungen (Arbeitsuniform)

- Funktelefon für den MTW

Darüber hinaus wurde in Eigenleistung ein mobiler Staudamm aus Aluminiumblechen angefertigt.

Diese Massnahme ergab sich aus der Erfahrung eine ausgiebigen Brandeinsatzes am Petershäger Weg im Jahre 2001. Hier mussten etwa 2 km Schlauchleitung von der Kreuzung mit der B65 bis zur Einsatzstelle am Oberdamm verlegt werden, da keine ausreichende Löschwasserversorgung aus dem Hydrantennetz in diesem Strassenbereich gegeben war. Die Wasserentnahme erfolgte deshalb vorwiegend aus der nahe liegenden Bastau, die allerdings zu diesem Zweck aufgestaut werden musste. Hierbei zeigten sich die Kameraden sehr kreativ als es galt aus Leiterteilen, Brettern und Folie das Gewässer aufzustauen.

Selbstverständlich kümmert sich die Löschgruppe auch ständig -z. T. auf eigene Kosten- um die Erhaltung des Gerätehauses und der Außenanlagen. So wurde im Jubiläumsjahr 2002 die Errichtung eines beheizbaren Umkleideraumes in der Fahrzeughalle geplant und durchgeführt.

Im Jahre 2003 übergab Friedel Horstmeier die Löschgruppenführung an seinen langjährigen Stellvertreter Peter Schröder, der seit dieser Zeit die Geschicke der Löschgruppe leitet. Neuer Stellvertreter wurde Jörg Böker.

Ihnen war es vergönnt, im Jahre 2006 ein neues Fahrzeug in Dienst nehmen zu dürfen. Die Löschgruppe verfügt nun über ein geländegängiges Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 mit 1000 Litern Löschwasser. Das Fahrzeug wurde am 20.01.2006 in Dienst gestellt und am 12.02.2006 offiziell an die Löschgruppe übergeben. Bei der Beschaffung wurden die Kameraden der Löschgruppe aktiv beteiligt und so konnten einige Dinge, im Rahmen der Möglichkeiten, nach den Wünschen der aktiven Kameraden ausgeführt werden.

Damit das neue Fahrzeug einen angemessenen Stellplatz erhielt, wurden zuvor alle Fahrzeuggaragen renoviert. So wurde u.a. eine neue Elektroinstallation vorgenommen und die Fußböden komplett verfliest. Zusätzlich wurde eine automatische Abgasabsauganlage installiert. Die Planung u. Ausführung dieser Arbeiten erfolgte wieder ausschließlich durch Eigenleistung der Löschgruppe. Die Finanzierung konnte mit Hilfe örtlicher Sponsoren auch wieder ohne städtische Mittel erreicht werden.

Zu dieser Zeit zählte die aktive Gruppe 20 KameradInnen, davon 3 weibliche, sowie ca. 80 passive Mitglieder.

Traurige Stunden bei der Löschgruppe Dützen im Januar 2012. Das liebgewonnene TSF der Löschgruppe ist außer Dienst gestellt worden. Die Diagnose der Werkstatt: "Wirtschaftlicher Totalschaden nach Zylinderkopfschaden und defekter Kupplung". Jahrelang erwies sich der VW LT als treuer, zuverlässiger Wegbegleiter bei Einsätzen und Übungen. Eine Reparatur würde den Zeitwert des Fahrzeuges um ein Vielfaches übersteigen, so der komm. Leiter der Wehr. Damit verfügt die Löschgruppe nur noch über zwei Fahrzeuge.

Den Winter 2012/ 2013 nutzen einige handwerklich begabte Kameraden, um den Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses zu renovieren. Der Charme der siebziger Jahre wurde durch aktuelle Akzente erneuert. Die Wände wurden mit hellem Rauhputz saniert. Eine neue weiße Decke mit eingebauten Halogenspots lässt den Schulungsraum wieder freundlich erscheinen. Einen schönen Dank an unsere fleißigen Handwerker.

Im Juni 2013 halfen Dützer Kameraden bei der Hochwasserkatastrophe an der Elbe. Die Feuerwehr der Stadt Minden unterstützte die Partnerstadt Tangermünde in Sachsen-Anhalt. Der mehrtägige Einsatz beschränkte sich nicht nur auf das Stadtgebiet Tangermünde sondern auf den ganzen Landkreis Stendal. Es wurden mehrere tausend Sandsäcke gefüllt und an den Elbdeichen verbaut.

Zum 112. Bestehen der Löschgruppe wurde im September 2014 der Stadtpokal sowie der Fahrer-Wettkampf ausgerichtet. Abends fand eine Feierstunde mit anschließendem Tanz im Festsaal des Landhaus Rohlfing statt.

Die handwerklich begabten Feuerkameraden griffen im Herbst 2014 erneut zum Werkzeug. Aus Platzgründen und der Zeit entsprechend wurden neue Umkleideräume errichtet. In die alte TSF-Garage wurden zwei getrennte Räume eingebaut, für beide Geschlechter. Jedes aktive Mitglied erhielt einen eigenen modernen Feuerwehrspind.

Im September 2015 übernimmt Martin Stütz das Amt des stellvertretenden Löschgruppenführers von Jörg Böker.

Bei der Jahreshauptversammlung im Februar 2016 wird Martin Stütz zum Löschgruppenführer ernannt. Er übernimmt das Amt von Peter Schröder, der die Löschgruppe Dützen über 13 Jahre gewissenhaft und vorbildlich führte. Peter Schröder unterstützt weiterhin als stellvertretender Löschgruppenführer. Auf eigenen Wunsch von Peter Schröder werden im Februar 2017 Heinrich Meier und Jens Haskamp zu den stellvertretenden Löschgruppenführern ernannt. Bei der JHV der Löschgruppe wird Schröder gebührend entlassen.

Löschgruppenführer seit der Gründung


1902 - 1911 Johann Bierbaum


1911 - 1926 Ernst Busse


1926 - 1937 Wilhelm Schlüter


1937 - 1958 August Tiemann, sen.


1958 - 1960 Willi Thielking


1960 - 1967 Kurt Schidler


1967 - 1970 August Tiemann, jun.


1970 - 1990 Willi Steinmann


1990 – 2003 Friedel Horstmeier


2003 - 2016 Peter Schröder

seit 2016 Martin Stütz

Freiwillige Feuerwehr Dützen, Dützener Weg 7, 32429 Minden